Bremsen

Generell fallen Bremsanlagen unter die Richtlinie 71/320/EWG. Immer häufiger werden serienmäßige Scheibenbremsanlagen gegen Mehrkolben-Scheibenbremssysteme aus dem Motorsportbereich getauscht; Firmen wie Brembo, Movit, Porsche, etc. profitieren davon zunehmend. Noch mehr profitieren aber die Fahrzeuglenker - nämlich durch DEUTLICH kürzere Bremswege (besonders deutlich in Kombination mit Fahrwerksänderungen und Bereifungsumrüstungen); zusätzlich gewährleisten spezielle Bremsscheiben, Bremsklötze, Metallbremsschläuche und hochwertige Bremsflüssigkeiten kürzere Bremswege und geringeres Bremsfading bei hoher thermischer Belastung.

ACHTUNG: Bremsscheiben, Klötze und der erforderliche Anpressdruck sind vom Fahrzeughersteller aufeinander abgestimmt. Leicht modifizierte oder höherwertige Komponenten wirken sich meist positiv auf die Bremsverzögerung aus. Bei echten Motorsportteilen, die nicht aufeinander abgestimmt sind, kann dies jedoch anders aussehen (zu niedrige Betriebstemperatur, zu geringer Bremsdruck oder falsche Bremsdruckverteilung führen ev. zu deutlich längeren Bremswegen).

 

Ein Beispiel (tatsächlicher Fahrversuch, Werte wurden gerundet):

Audi TT, Verzögerung von 100-0 km/h mit

Serienbremsanlage, orig. Fahrwerk, orig. Bereifung > ca. 37m Bremsweg

Sportbremsanlage, Tieferlegungskit, 225/40ZR18 Bereifung > ca. 31m Bremsweg !!! 

6m fehlender Bremsweg entsprechen bei sportlichen Fahrzeugen noch Aufprallgeschwindigkeiten von ca. 40-50 km/h !!!

 

Bremssattel

Generell muss der Bremssattel und Adapter "E-markiert" sein und alle relevanten Teile eine entsprechende Teilenummer tragen, sowie der Hersteller eindeutig identifizierbar sein. Eine entsprechende ABE oder ein Teilegutachten muss vorhanden sein; eine Freigabe/Unbedenklichkeit seitens des Fahrzeugherstellers für spezielle Bremssysteme muss bestätigen, dass alle Fahrwerkskomponenten den erhöhten Verzögerungskräfte standhalten. Ein Mindestabstand von etwa 5-10mm ist zwischen Bremssattel und Felge/Klebewuchtgewicht einzuhalten (je nach Funktionsprinzip). Geänderte Bremssystem müssen bei der Typisierungsstelle angezeigt werden.

Bremsscheibe

Die Bremsscheibe gilt als Austauschteil und muss daher nicht typisiert werden. E-Markierung, Teilenummer und Gutachten müssen vorhanden, der Hersteller bekannt sein. Generell wird zum Kauf von bekannten, qualitativ hochwertigen Produkten geraten. Spezielle Rotor-Formen (siehe unten) sind im Kommen, die Performance muss allerdings im Vordergrund stehen.

Vergleich der Scheibenmaterialien:
Grauguss/Stahl: 7,1 Gramm/cm3, max. Arbeitstemperatur ca. 750°C
Carbon-Scheiben: deutlich leichter, erfordern allerdings ca. 400°C Betriebstemperatur, extrem kurze Lebensdauer
Carbonverstärkte Keramik mit Silizium-Oberfläche: 2,2 Gramm/cm3, max. Arbeitstemperatur ca. 1500°C, geringere ungefederte Massen, in Kombination mit Bremsklötzen aus Metall-Verbundwerkstoff liefert die Bremsanlage konstante Bremsleistung, geringerer Abrieb, ca. doppelte Lebensdauer, Klötze nicht hygroskopisch, korrosionsbeständig

Bremsklötze

Bremsklötze gelten ebenfalls als Austauschteile und müssen nicht typisiert werden. Hohe, qualitative Unterschiede sind bei einzelnen Produkten bemerkbar. Zu beachten gilt bei schwimmendem Bremssattel die Höhe des verschleißfähigen Belages. VORSICHT: In Einzelfällen kann es bei weit fortgeschrittenem Verschleiß zur Berührung zwischen Bremssattel und Felge/Klebewuchtgewicht kommen.

 

Flexible Metall-/Kevlar-Bremsschläuche (nach Prüfnorm FMVSS 106

Auch diese Teile tragen wesentlich zur Bremsleistung bei, werden als Austauschteile angesehen und müssen eigentlich nicht extra genehmigt werden. Wichtig ist jedoch, dass am Teil selbst (z.B. an einem Ring) eine Produkt-/ID-Nummer sowie der Hersteller angegeben sind.

Die Vorteile:

  • Meist langsameres Altern der Bremsleitungen als bei Gummileitungen
  • Schnelleres Ansprechen der Bremse
  • Weniger Hebelkraft
  • Höhere Mardersicherheit
  • Andere Optik